Inmitten der wachsenden Anforderungen an urbane Arbeitsplätze präsentiert sich das Projekt Hakuten Kyobashi als visionäres Beispiel für zukunftsorientierte Bürogestaltung. Junki Horita-Hakuten und sein Team haben es sich zur Aufgabe gemacht, Standardlösungen zu hinterfragen und stattdessen ein wandelbares, inspirierendes Umfeld zu schaffen, das sowohl Komfort als auch Funktionalität vereint. Die Integration von Bestandselementen aus der vorherigen Nutzung und die bewusste Reduktion von Neubauarbeiten unterstreichen den nachhaltigen Ansatz des Projekts.
Im Zentrum des Designs stehen offene, frei nutzbare Zonen, die die Kreativität und Kommunikation der Mitarbeitenden fördern. Anstatt starre Vorgaben zu machen, setzt das Konzept auf flexible Strukturen, die sich an unterschiedliche Nutzungsszenarien anpassen lassen. Alle Möbel sind mobil, stapelbar und mit Rollen ausgestattet, sodass sich der Raum je nach Bedarf schnell umgestalten lässt. Regelmäßige Veranstaltungen und wechselnde Nutzungen sorgen dafür, dass die Arbeitsumgebung stets im Wandel bleibt und neue Impulse liefert.
Ein besonderes Highlight bildet der Café-Bereich mit herausnehmbaren Holzboden-Elementen, die nicht nur für ein angenehmes Ambiente sorgen, sondern auch temporäre Umgestaltungen ermöglichen. Grafische Muster auf dem Boden dienen als Orientierungshilfe für wechselnde Ausstellungen und Events. Diese durchdachten Details machen Hakuten Kyobashi zu einem Paradebeispiel für multifunktionale Raumgestaltung im Bürobereich.
Mit einer Fläche von 2.400 Quadratmetern und rund 400 Mitarbeitenden, die das Free-Address-System nutzen, setzt das Büro auf maximale Flexibilität. Die Raumverwaltung erfolgt durch ein internes Task-Force-Team, das die kontinuierliche Anpassung und Optimierung der Flächen ermöglicht. Unterschiedliche Tageszeiten bringen verschiedene Nutzungsformen hervor: Morgens finden offene Meetings statt, nachmittags verwandelt sich der Raum in eine Ausstellungs- und Cafézone, abends wird er zum Treffpunkt für informellen Austausch.
Die Entstehung des Projekts war geprägt von der Herausforderung, Altbestand sinnvoll zu integrieren und gleichzeitig neue, nachhaltige Standards zu etablieren. Laut einer unternehmenseigenen Studie werden in Japan Büros häufig doppelt renoviert – eine Praxis, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch fragwürdig ist. Hakuten Kyobashi setzt dem ein Zeichen entgegen, indem es bestehende Strukturen bewahrt und weiterentwickelt. Die Reduzierung von Bauaufwand und die bewusste Auswahl ungewöhnlicher Farben und Materialien verleihen dem Büro eine unverwechselbare Identität.
Das innovative Design wurde 2025 mit dem Bronze A' Design Award in der Kategorie Interior Space, Retail and Exhibition Design ausgezeichnet. Die Jury würdigte insbesondere die kreative Verbindung von Funktionalität, Nachhaltigkeit und ästhetischem Anspruch, die einen positiven Beitrag zur Lebensqualität leistet und als Vorbild für zukünftige Büroprojekte dienen kann. Hakuten Kyobashi zeigt eindrucksvoll, wie Arbeitswelten der Zukunft aussehen können: flexibel, inspirierend und verantwortungsbewusst gestaltet.
Projektdesigner: junki horita
Bildnachweis: Image #1~5: Photographer Daisuke Shima,2024
Projektteam Mitglieder: Junki Horita
Shuji Kawaguchi
Takahisa Aoyama
Shunta Fukuyama
Ema Fujiwara
Mako Tamura
Tomoya Nakao
Shoichiro Minami
Wataru Fukusaka
Daisuke Masaki
Yosuke Nakazato
Yukiyoshi Misawa
Tomoya Nakao
Daisuke Takahira
Mina Tsuneoka
Projektname: Hakuten Kyobashi
Projektkunde: Hakuten