Claude’s Kitchen, entworfen von Mika Kanayama, setzt neue Maßstäbe für das All-Day-Dining-Konzept im Herzen von Londons West End. Das Restaurant versteht sich als Gegenpol zur geschäftigen Umgebung des Leicester Square und bietet Gästen ein Ambiente, das an einen ruhigen Innenhof erinnert. Die Gestaltung zielt darauf ab, einen Rückzugsort zu schaffen, der sowohl Offenheit als auch Geborgenheit vermittelt – ein Ansatz, der in der heutigen urbanen Gastronomieszene zunehmend gefragt ist.
Das Raumkonzept zeichnet sich durch eine dynamische Zonierung aus: Einladende Bar, drei unterschiedliche Dining-Bereiche sowie zwei private Speiseräume sorgen für Vielfalt und Flexibilität. Die smart-casual Ästhetik wird durch beruhigende marineblaue Decken, natürliche Materialien und üppige Begrünung geprägt. Drei strategisch platzierte Oberlichter fluten die Räume tagsüber mit Tageslicht und setzen die architektonischen Highlights gekonnt in Szene. Laut einer Studie der Universität Oxford steigert natürliches Licht nachweislich das Wohlbefinden und die Aufenthaltsqualität in Innenräumen.
Die Realisierung des Designs basiert auf einer sorgfältigen Kombination aus traditionellen und modernen Materialien. Alte und neue Ziegel verschmelzen an den Wänden zu einer harmonischen Einheit, die sowohl den historischen Kontext als auch zeitgenössische Akzente widerspiegelt. Maßgefertigte Metallpaneele und Regale mit geriffeltem Glas unterstreichen den handwerklichen Anspruch und verbinden Präzision mit moderner Fertigungstechnologie. Die energieeffiziente Nutzung von Tageslicht durch die Oberlichter reduziert zudem den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.
Das Interaktionskonzept von Claude’s Kitchen beginnt bereits beim Betreten: Gäste werden von einer Bar mit rustikalen türkisfarbenen Fliesen und opalenen Kugelleuchten empfangen. Die Tunnelzone bietet durch Pendelleuchten und Glas-Metall-Rahmen eine intime Atmosphäre, während der Hauptbereich unter dem zentralen Oberlicht tagsüber lichtdurchflutet und abends stimmungsvoll beleuchtet ist. Zentrale Sitzbänke, umgeben von Pflanzen, schaffen Privatsphäre und fördern das Wohlbefinden der Gäste – ein Ansatz, der laut Hospitality Design Reports zunehmend als Erfolgsfaktor gilt.
Die architektonische Forschung hinter dem Projekt fokussierte sich auf die optimale Organisation von Mehrzonenflächen und die Verbindung zweier ehemals getrennter Einheiten. Ziel war es, einen fließenden Übergang zwischen Bar, Speisebereichen und privaten Räumen zu schaffen, ohne das Gefühl von Offenheit zu verlieren. Die Auswahl feuerfester Materialien und Holzbehandlungen, die den strengen Sicherheitsvorgaben entsprechen, ohne die Ästhetik zu beeinträchtigen, stellte eine besondere Herausforderung dar und wurde durch innovative Materiallösungen gemeistert.
Mit einer Fläche von insgesamt 588 Quadratmetern auf zwei Etagen und einer Realisierungszeit von nur sechs Monaten setzt Claude’s Kitchen neue Maßstäbe für urbanes Restaurantdesign. Die Auszeichnung mit dem Bronze A’ Design Award 2025 würdigt die kreative und technische Exzellenz des Projekts, das nicht nur gestalterisch, sondern auch funktional überzeugt. Mika Kanayamas Ansatz zeigt, wie durchdachte Raumgestaltung und innovative Materialwahl zu einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität beitragen können – ein Vorbild für die Zukunft der Gastronomie.
Claude’s Kitchen lädt dazu ein, urbane Hektik hinter sich zu lassen und in einem lichtdurchfluteten, stilvollen Ambiente neue Energie zu tanken. Das Projekt inspiriert dazu, die Bedeutung von Raum, Licht und Materialität im modernen Lifestyle neu zu denken.
Projektdesigner: Mika Kanayama
Bildnachweis: All images: Photographer Sara Hibbert
Projektteam Mitglieder: Mika Kanayama
Projektname: Claude's Kitchen
Projektkunde: Muzo