Die digitale Transformation traditioneller Handwerkskunst steht im Mittelpunkt der UAI XR-Werkstatt, einem ambitionierten Projekt von Osamu Oji. In einer Zeit, in der Zugang, Kosten und physische Barrieren viele Menschen von kreativer Produktion ausschließen, schafft UAI einen inklusiven Raum, der mittels XR-Technologie (Extended Reality) neue Wege für Teilhabe und Innovation eröffnet. Das Konzept adressiert gezielt die Herausforderungen der Gegenwart: Es bewahrt handwerkliche Fähigkeiten, revitalisiert lokale Gemeinschaften und eröffnet neue Geschäftsmöglichkeiten – und das alles in einer Umgebung, die auf Offenheit und Kollaboration setzt.
Im Herzen des Projekts steht die Umwandlung eines 50 Jahre alten Lagerhauses in Izumi, Osaka, in eine hochmoderne, digital gesteuerte Werkstatt. Die Ästhetik erinnert an eine geheime Basis, während die technische Ausstattung keine Wünsche offenlässt: 3D-Drucker, Scanner, Lasercutter und ferngesteuerte Roboter werden zentral über eine Smartphone-App gesteuert. Die Integration von XR-Technologie ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, unabhängig von Ort, körperlichen Einschränkungen oder technischem Know-how, aktiv am Fertigungsprozess teilzunehmen. Ein innovatives UI/UX-Design sorgt dabei für eine intuitive Bedienung und ein barrierefreies Erlebnis.
Die technische Realisierung erfolgte vollständig in Eigenregie: Smart Glasses wie die Apple Vision Pro und Microsoft HoloLens 2 bilden die Schnittstelle für die Fernsteuerung und Zusammenarbeit. Die Werkstatt setzt auf eine konsequent schwarze Gestaltung, die sowohl Maschinen als auch Böden und Wände umfasst – alles gebaut vom hauseigenen Ingenieursteam mit DIY-Methoden. Die Verbindung von fortschrittlicher IT und handwerklicher Praxis schafft eine einzigartige Symbiose aus Innovation und Funktionalität.
Die großzügigen Räumlichkeiten sind auf maximale Flexibilität ausgelegt: Die digitale Gerätebühne misst 5 x 8 Meter bei einer Höhe von 60 Zentimetern und bietet mit einer Deckenhöhe von 7 Metern ein offenes Raumgefühl. Ergänzt wird das Angebot durch einen PC-Bereich mit zehn leistungsstarken Arbeitsplätzen (7 x 14 Meter) sowie einer darüberliegenden Lounge für Pausen und Veranstaltungen. Die Werkstatt ist rund um die Uhr geöffnet und ermöglicht über eine eigens entwickelte App nicht nur die Reservierung von Geräten, sondern auch die Verbindung zu erfahrenen Technikern über das „Takumi“-System.
Das Projekt begann im Dezember 2022 und wurde im März 2024 offiziell eröffnet. Die Entwicklung basierte auf umfangreicher Forschung, insbesondere über soziale Medien, um die Bedürfnisse potenzieller Nutzerinnen und Nutzer zu identifizieren. Vier zentrale Innovationen wurden daraus abgeleitet: die Umnutzung ungenutzter Räume, die gezielte Förderung von Inklusion, der Einsatz von XR zur Bewahrung traditionellen Handwerks und die Schaffung eines Hubs für digitale Kreative. Die größte Herausforderung lag in der Entwicklung eines benutzerfreundlichen, barrierefreien Systems, das auch Menschen mit Behinderungen oder aus der Ferne eine vollwertige Teilnahme ermöglicht – ein Ziel, das durch intensive Tests und internationale Zusammenarbeit erreicht wurde.
UAI steht exemplarisch für eine neue Generation digitaler Werkstätten, die physische und soziale Barrieren überwinden. Das Projekt wurde 2025 mit dem renommierten Bronze A' Design Award für Interface, Interaction und User Experience ausgezeichnet – eine Anerkennung für die gelungene Verbindung von Kreativität, Technologie und gesellschaftlichem Mehrwert. Die Zukunft des Handwerks ist digital, inklusiv und grenzenlos – und UAI zeigt, wie sie aussehen kann.
Projektdesigner: OJI OSAMU
Bildnachweis: #1.Osamu Oji,ux design and management,2024
#2.Osamu Oji,ux design and management,2024
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#5 Osamu Oji,ux design and management,2024
Projektteam Mitglieder: OJI OSAMU
Projektname: U A I
Projektkunde: Useya Advanced Industry