Die Gestaltung öffentlicher Räume erlebt einen Wandel: Möbel sind längst nicht mehr nur funktionale Objekte, sondern werden zu Mitteln, die Begegnung, Austausch und Gemeinschaft fördern. Ein herausragendes Beispiel für diesen Ansatz ist die Arisa-Bank, entworfen von Pedro Fernandez Cortina. Inspiriert von der Goldenen Schnitt, vereint Arisa verschiedene Höhen und modulare Elemente, die Menschen aller Altersgruppen einladen, miteinander zu interagieren – sei es als Spielplatz für Kinder, Treffpunkt für Jugendliche oder Ruhezone für Erwachsene. Diese Bank ist mehr als ein Sitzmöbel; sie ist ein skulpturales Statement, das sich harmonisch in urbane Landschaften einfügt und zur Belebung öffentlicher Räume beiträgt.
Ein zentrales Merkmal von Arisa ist die Materialwahl: Gefertigt aus Rokam, einem innovativen, recycelten Beton, verbindet die Bank Langlebigkeit mit einer eleganten, natürlichen Ästhetik. Die spezielle Zusammensetzung des Materials – eine Mischung aus Stein und Beton – ermöglicht eine beeindruckende Leichtigkeit und Flexibilität in der Formgebung, ohne an Stabilität einzubüßen. Diese Eigenschaften erlauben es, organische, einladende Formen zu realisieren, die sowohl optisch als auch haptisch ansprechend sind.
Die modulare Bauweise von Arisa eröffnet vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Einzelne Elemente können flexibel kombiniert werden, um unterschiedliche Konfigurationen zu schaffen, die sich an die Anforderungen verschiedener öffentlicher Räume anpassen lassen. Die Bank fördert durch ihre geschwungene Form natürliche Gesprächssituationen und lädt dazu ein, sie zu berühren, zu nutzen und zu erleben. Ihre Vielseitigkeit macht sie sowohl für den Außen- als auch für den Innenbereich attraktiv und unterstreicht ihren Anspruch als multifunktionales Möbelstück.
Die Entwicklung von Arisa basierte auf umfassender Forschung: Analysen des bestehenden urbanen Mobiliars in Mexiko zeigten einen Mangel an Sitzgelegenheiten, die soziale Interaktion aktiv unterstützen. Durch Beobachtungen und Umfragen entstand ein Design, das gezielt auf die Bedürfnisse verschiedenster Nutzergruppen eingeht. Modernste 3D-Modellierung und innovative Fertigungstechnologien gewährleisteten dabei sowohl die ästhetische als auch die strukturelle Qualität der Bank.
Die größte Herausforderung im Designprozess lag in der Balance zwischen Funktionalität und künstlerischem Anspruch. Die organische Formgebung erforderte neue Ansätze im Umgang mit leichtem Beton, um Stabilität ohne klassische innere Verstärkungen zu gewährleisten. Trotz technischer und produktionsbedingter Hürden gelang es, ein Möbelstück zu schaffen, das als Symbol für Offenheit und Gemeinschaft im urbanen Raum steht.
Die Arisa-Bank wurde erstmals 2024 auf dem Mextropoli-Festival im Zentrum von Mexiko-Stadt präsentiert und erhielt 2025 den renommierten Silver A' Design Award in der Kategorie Street and City Furniture. Mit ihrem innovativen Ansatz, der Ästhetik, Nachhaltigkeit und soziale Funktion vereint, setzt sie neue Impulse für die Gestaltung öffentlicher Räume. Städteplaner und Designer sind eingeladen, über die Rolle von Möbeln im urbanen Kontext neu nachzudenken und den öffentlichen Raum als lebendigen Treffpunkt zu gestalten.
Projektdesigner: Pedro Fernández Cortina
Bildnachweis: Monserrat Castro
Projektteam Mitglieder: Pedro Fernández Cortina
Projektname: Arisa
Projektkunde: Rokam