Fuma: Ein architektonisches Refugium zwischen Lärm und Natur

Masakatsu Matsuyama schafft ein einzigartiges Wohnkonzept in Fukuoka

Das Wohnhaus Fuma von Masakatsu Matsuyama setzt neue Maßstäbe für urbanes Wohnen, indem es anspruchsvolle Architektur mit innovativen Lösungen für schwierige Standortbedingungen verbindet.

Im Herzen der Präfektur Fukuoka erhebt sich das Haus Fuma als architektonische Antwort auf eine Vielzahl urbaner Herausforderungen. Die Lage, geprägt von der Vergangenheit als florierende Stadt während der japanischen Modernisierung, ist heute von Verlassenheit, Lärmbelastung durch eine stark frequentierte Bahnlinie und Erinnerungen an verheerende Überschwemmungen gekennzeichnet. Masakatsu Matsuyama begegnete diesen negativen Einflüssen mit einer kompromisslosen, massiven Bauweise aus Stahlbeton, die nicht nur Schutz bietet, sondern auch neue Lebensqualität schafft.

Das Konzept des Hauses basiert auf einer intelligenten Raumorganisation, die die zweite Etage als Hauptwohnebene nutzt. Über eine doppelt hohe Raumverbindung gelangt man von dort in den Theaterraum im dritten Stock. Die Architektur folgt einer Ost-West-Achse, die vom Innenhof im Erdgeschoss bis zur Dachterrasse reicht, sowie einer Nord-Süd-Achse, die die Terrasse im Süden mit dem Treppenhaus im Norden verbindet. Diese durchdachte Anordnung ermöglicht eine außergewöhnliche Durchlässigkeit zwischen Innen- und Außenbereichen und schafft vielfältige, lichtdurchflutete Lebensräume.

Technisch beeindruckt Fuma durch innovative Konstruktionslösungen: Die Fassade zur Bahnlinie wurde im Erdgeschoss zurückgesetzt, während komplexe Strukturen im zweiten und dritten Stock Lärm, Vibrationen und unerwünschte Einblicke effektiv abschirmen. Gleichzeitig sorgen gezielt platzierte Öffnungen und großzügige Verglasungen für Tageslicht und ein Gefühl von Offenheit. Die weit auskragenden Baukörper – mit bis zu 5,6 Metern Ausladung – werden durch tragende Wände über mehrere Stockwerke und vorgespannte Kabel ermöglicht. Ein U-förmiges Wandelement unterstützt zusätzlich die markanten Auskragungen.

Der Alltag der Bewohner spiegelt die architektonische Vision wider: Der Tag beginnt auf der Terrasse, umgeben von Pflanzen und fernab des Bahnlärms, der dank der ausgeklügelten Bauweise kaum wahrnehmbar ist. Die offene Gestaltung ohne Vorhänge und die durchgehende Begrünung schaffen eine Atmosphäre, die an ein luxuriöses Resort erinnert. Kinder nutzen die großzügigen Flächen zum Spielen, während die Familie das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit gleichermaßen genießt.

Fuma ist das Ergebnis intensiver Auseinandersetzung mit dem Potenzial des Grundstücks und der spezifischen Wünsche der Bauherren. Die Architektur ist untrennbar mit dem Ort und seinen Herausforderungen verbunden und wäre unter anderen Bedingungen nicht denkbar. Die Verbindung von massiver Bauweise, raffinierter Raumstruktur und nahtloser Integration von Natur und Technik macht das Haus zu einem Unikat, das neue Maßstäbe für urbanes Wohnen setzt.

Für seine außergewöhnliche Innovationskraft und gestalterische Qualität wurde Fuma mit dem renommierten Platinum A' Design Award 2025 ausgezeichnet. Das Projekt steht exemplarisch für eine Architektur, die nicht nur auf aktuelle Herausforderungen reagiert, sondern auch zukunftsweisende Lebensräume schafft.


Projektdetails und Credits

Projektdesigner: Masakatsu Matsuyama
Bildnachweis: Image #1: Photographer Toshihisa Ishii, FU-MA, 2024 Image #2: Photographer Toshihisa Ishii, FU-MA, 2024 Image #3: Photographer Toshihisa Ishii, FU-MA, 2024 Image #4: Photographer Toshihisa Ishii, FU-MA, 2024 Image #5: Photographer Toshihisa Ishii, FU-MA, 2024
Projektteam Mitglieder: Masakatsu Matsuyama
Projektname: Fuma
Projektkunde: MATSUYAMA ARCHITECT AND ASSOCIATES


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