Shiroyama: Wo japanische und kasachische Kultur verschmelzen

Ein Restaurant am Kaspischen Meer verbindet Natur und Traditionen

Das Restaurant Shiroyama in Aktau, entworfen von Ivan Krupin, vereint die Ästhetik japanischer und kasachischer Kultur in einer einzigartigen architektonischen Komposition und wurde mit dem Silver A' Design Award 2025 ausgezeichnet.

Direkt an der rauen Küste des Kaspischen Meeres gelegen, setzt das Restaurant Shiroyama neue Maßstäbe für kulturelle und gestalterische Interaktion. Ivan Krupin ließ sich von der umgebenden Natur inspirieren und schuf ein Interieur, das die Verbindung zwischen Landschaft und Architektur durch großzügige Panoramaverglasung intensiviert. Die zentrale Komposition symbolisiert den heiligen Baiterek-Baum, ein zentrales Element kasachischer Kultur, und spiegelt sich in einer stilisierten, invertierten Meereslandschaft wider. Weitere Designelemente führen subtil in die kontemplative Atmosphäre Japans ein.

Die Besonderheit von Shiroyama liegt in der bewussten Durchdringung und Verbindung zweier Kulturen. Der Name selbst ist die japanische Übersetzung des Standorts, während Materialien, Farben und Metaphern sowohl kasachische als auch japanische Einflüsse widerspiegeln. Jeder Bestandteil des Interieurs trägt zur Gesamtstimmung bei und schafft eine harmonische Balance zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Auswahl lokaler Materialien, wie Tische aus Ulmenholz und Steine vom Meeresufer, unterstreicht die enge Beziehung zur Umgebung.

Innovative Lösungen prägten die Realisierung des Projekts: Um das Budget einzuhalten, wurden CBPB-Platten als kostengünstige Alternative zu Betonwänden eingesetzt. Ein zentrales Podest ermöglicht es Gästen an der Bar, auf normalen Stühlen Platz zu nehmen, wodurch Höhenunterschiede ausgeglichen werden. Die technische Raffinesse zeigt sich auch in der Lichtführung: Tagsüber reflektiert die Metalldecke das Sonnenlicht, abends tauchen Akzentbeleuchtungen und indirektes Licht den Raum in eine warme, einladende Atmosphäre.

Mit einer Fläche von 286 Quadratmetern bietet das Restaurant ausreichend Raum für die Inszenierung von Natur und Design. Die Gestaltung reagiert sensibel auf den Tagesverlauf: Morgens durchflutet Sonnenlicht den Raum, abends spiegeln sich die Farben des Sonnenuntergangs wider, nachts sorgen gezielte Lichtakzente für Gemütlichkeit. Diese Dynamik verstärkt das Erlebnis und lässt Gäste die Verbindung von Architektur und Natur unmittelbar spüren.

Die größte Herausforderung bestand in der geografischen Abgeschiedenheit Aktaus und dem begrenzten Budget. Dennoch gelang es, durch den Einsatz lokaler Ressourcen und kreativer Planung ein Interieur zu schaffen, das nicht nur funktional, sondern auch kulturell bedeutungsvoll ist. Die Verschmelzung von Ryoanji-Steingarten und Wabi-Sabi-Philosophie mit kasachischen Symbolen wie dem Baiterek-Baum und der Bozzhira-Bergkette macht Shiroyama zu einem Ort, an dem sich Kulturen begegnen und gegenseitig bereichern.

Shiroyama demonstriert eindrucksvoll, wie Architektur Brücken zwischen Traditionen schlagen und neue Perspektiven auf bekannte Umgebungen eröffnen kann. Das mehrfach ausgezeichnete Projekt lädt dazu ein, die Harmonie von Natur, Design und kultureller Identität in einem außergewöhnlichen gastronomischen Rahmen zu erleben.


Projektdetails und Credits

Projektdesigner: Ivan Krupin
Bildnachweis: Image #1 : Photographer Rauf Ismailov Optional image #1 : Photographer Rauf Ismailov Optional image #2 : Photographer Rauf Ismailov Optional image #3 : Photographer Rauf Ismailov Optional image #4 : Photographer Ivan Krupin
Projektteam Mitglieder: Ivan Krupin
Projektname: Shiroyama
Projektkunde: Shiroyama


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