Historische Qajar-Villa wird zum modernen Café-Restaurant

Ali Moazzen verbindet kulturelles Erbe mit zeitgemäßem Design in Qazvin

Die Transformation der Qajar-Villa „Ersie“ in Qazvin zeigt, wie denkmalgeschützte Architektur durch innovative Restaurierung und adaptive Nutzung zu neuem Leben erwacht und einen inspirierenden Treffpunkt für die Gemeinschaft schafft.

Die Restaurierung und Umnutzung historischer Gebäude gewinnt weltweit an Bedeutung, insbesondere wenn es gelingt, architektonisches Erbe mit modernen Anforderungen zu vereinen. Das Projekt „Ersie“ von Ali Moazzen ist ein herausragendes Beispiel für diese Verbindung. In Qazvin wurde eine halbverlassene Villa aus der Qajar-Ära in ein Café-Restaurant verwandelt, das nicht nur die Geschichte des Ortes ehrt, sondern auch neue Impulse für die lokale Kulturszene setzt.

Die Inspiration für das Projekt entsprang einer tiefen Wertschätzung für historische Architektur und dem Wunsch, verborgene Details der Qajar-Zeit freizulegen. Umfangreiche Recherchen zu Erhaltungstechniken und Strategien der adaptiven Wiederverwendung bildeten die Grundlage für das Design. Ziel war es, die Balance zwischen dem Respekt vor der Vergangenheit und den Bedürfnissen der Gegenwart zu finden – ein Ansatz, der sich in jedem Aspekt des Projekts widerspiegelt.

Besonders hervorzuheben sind die einzigartigen Eigenschaften der neuen Nutzung: Originale Orsi-Fenster, aufwändig restaurierte Stuckverzierungen und erhaltene Holztüren verleihen dem Raum Authentizität. Gleichzeitig sorgen innovative Elemente wie ein Aufzug und Braille-Menüs für Barrierefreiheit und Inklusion. Die Integration jahrhundertealter Bäume und die Erweiterung des Kellers zeigen, wie sensibel mit dem Bestand umgegangen wurde, um sowohl Atmosphäre als auch Funktionalität zu optimieren.

Die Realisierung erfolgte durch eine Kombination traditioneller und moderner Bauweisen. Die ursprünglichen Mauerwerksstrukturen wurden mit Stahlrahmen verstärkt, während fortschrittliche Restaurierungstechniken die filigranen Stuckarbeiten wiederherstellten. Nachhaltige Materialien und moderne Haustechnik – etwa ein zentrales Kühlsystem – wurden behutsam in das historische Gefüge integriert. Grundlage für die Planung waren detaillierte Analysen, architektonische Dokumentationen und Simulationen, die eine präzise Umsetzung ermöglichten.

Die größte Herausforderung bestand darin, die während der Pahlavi-Ära vorgenommenen Veränderungen zurückzubauen und den ursprünglichen Charakter der Qajar-Architektur wieder sichtbar zu machen. Gleichzeitig mussten strenge Denkmalschutzauflagen und technische Anforderungen erfüllt werden. Durch innovative Lösungen und einen respektvollen Umgang mit dem Bestand konnte das Team um Ali Moazzen diese Hürden erfolgreich meistern. Das Ergebnis ist ein Ort, der Geschichte erlebbar macht und zugleich höchsten Komfort bietet.

Das Projekt „Ersie“ wurde 2025 mit dem Bronze A' Design Award in der Kategorie Kulturerbe ausgezeichnet. Es steht beispielhaft für die gelungene Verbindung von Kunst, Architektur, Design und Technologie und zeigt, wie nachhaltige Restaurierung zur Lebensqualität und kulturellen Identität einer Stadt beitragen kann. Die Revitalisierung der Qajar-Villa lädt dazu ein, historische Räume neu zu entdecken und als lebendige Treffpunkte für die Gemeinschaft zu nutzen.


Projektdetails und Credits

Projektdesigner: Ali Moazzen
Bildnachweis: Image #1: Photographer Peyman Rajabi, 2024. Image #2: Photographer Peyman Rajabi, 2024. Image #3: Photographer Peyman Rajabi, 2024. Image #4: Photographer Peyman Rajabi, 2024. Image #5: Photographer Peyman Rajabi, 2024.
Projektteam Mitglieder: Ali Moazzen
Projektname: Ersie
Projektkunde: Ersie Mansion


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