Das Klima-Zentrum des Environmental Protection Bureau Yunlin markiert einen Wendepunkt in der Transformation des einst ländlich geprägten Gebiets zu einem dynamischen urbanen Knotenpunkt. Mit dem Ausbau der Hochgeschwindigkeitsbahn entstehen neue Verwaltungs-, Industrie- und Wohnfunktionen, die Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verschmelzen lassen. Das Gebäude versteht sich nicht nur als Regierungsinstitution, sondern als Identitätsstifter für die Stadt. Es balanciert die Essenz des Ländlichen mit der Effizienz moderner Architektur und setzt dabei auf nachhaltige Lösungen, die den ökologischen Wandel aktiv mitgestalten.
Im Gegensatz zu konventionellen Behördenbauten orientiert sich das Design an der Struktur von Siedlungen. Die Büroräume sind als miteinander verbundene Gemeinschaften angelegt, die durch eine mehrschichtige Anordnung sowohl Unabhängigkeit als auch Austausch ermöglichen. Die L-Form des Gebäudes optimiert den natürlichen Luftstrom, reduziert den Energieverbrauch und erlaubt eine flexible Nutzung. Neben Verwaltungsaufgaben bietet das Zentrum öffentliche Räume wie einen internationalen Konferenzsaal und eine begrünte Plaza, die als Treffpunkte für Bürgerinnen und Bürger dienen. Inspiriert von den Mustern der umliegenden Felder, fügen sich Struktur und grüne Fassaden harmonisch in die Landschaft ein.
Die Realisierung des Projekts basiert auf einer Kombination aus Metallrahmen, Holzelementen und üppiger Begrünung. Während Stahlbeton für Langlebigkeit sorgt, verleiht das Holz dem Eingangsbereich Wärme und Natürlichkeit. Die Metallfassade schützt nicht nur vor Witterungseinflüssen, sondern trägt auch vertikale Begrünung, wodurch das Gebäude wie von Natur umhüllt wirkt. Im Inneren sorgen Holz und eine natürliche Farbpalette für eine einladende Atmosphäre. Eine großzügige Glasfassade maximiert den Tageslichteinfall, reduziert den Bedarf an künstlicher Beleuchtung und steigert die Energieeffizienz – ein klares Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und urbaner Integration.
Mit sechs oberirdischen Stockwerken und einem Untergeschoss erstreckt sich das Klima-Zentrum über rund 11.000 Quadratmeter. Die strategisch gewählte L-Form mindert den Wärmeinseleffekt und fördert die Durchlüftung. Das Konzept der „dreidimensionalen Siedlung“ segmentiert die Büros in eigenständige Einheiten, während zentrale Bereiche für Besprechungen und öffentliche Aktivitäten zur Verfügung stehen. Die technische Ausstattung umfasst intelligente Gebäudesteuerung, Wasserrückgewinnung und eine energiesparende Infrastruktur, die das Zentrum als Vorreiter für nachhaltiges Bauen in Taiwan auszeichnet.
Die offene, zugängliche Gestaltung des Gebäudes wird sowohl von Mitarbeitenden als auch von der Bevölkerung geschätzt. Das kollaborative Arbeitsplatzmodell fördert Kommunikation und Ressourcenteilung, während verbesserte Tageslichtnutzung und natürliche Belüftung für ein angenehmes Arbeitsklima sorgen. Die öffentlichen Bereiche verwandeln das Zentrum in einen lebendigen Treffpunkt für lokale Veranstaltungen und stärken die Verbindung zwischen Verwaltung und Gemeinschaft. Laut Environmental Protection Bureau Yunlin wurde besonderes Augenmerk auf die Anpassungsfähigkeit an zukünftige urbane Entwicklungen gelegt – eine Herausforderung, die durch flexible Raumkonzepte und nachhaltige Technologien gemeistert wurde.
Das Klima-Zentrum Yunlin steht beispielhaft für die harmonische Verbindung von Tradition und Innovation. Die Auszeichnung mit dem Iron A' Design Award 2025 unterstreicht die hohe gestalterische und technische Qualität des Projekts. Als nachhaltiges Wahrzeichen und integrativer Begegnungsort prägt das Gebäude nicht nur das Stadtbild, sondern setzt auch neue Maßstäbe für umweltbewusste Architektur im urbanen Kontext.
Projektdesigner: Environmental Protection Bureau, Yunlin
Bildnachweis: Environmental Protection Bureau, Yunlin County
Projektteam Mitglieder: Environmental Protection Bureau, Yunlin County, JNarcts, Pancheng Engineering Consultants Co., Ltd.
Projektname: Climate Center
Projektkunde: Environmental Protection Bureau